Deutschlands wachsender Bedarf an Import-Strom: Was sagt Bundeskanzler Scholz dazu?

von | Mrz 26, 2024

Am Donnerstag trat Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) in Erfurt mit den Bürgern in einen Dialog und wurde zur wachsenden Abhängigkeit Deutschlands von Import-Strom befragt.

Inmitten der Diskussion um Deutschlands Energiepolitik nach dem Ausstieg aus der Kernenergie hat sich Bundeskanzler Scholz den brennenden Fragen der Bürger gestellt.

Deutschland steht vor der Herausforderung, den Wegfall der Kernenergie zu kompensieren. Scholz kommentierte, dass die Importe von Strom aus Nachbarländern keine ungewöhnliche Praxis seien, aber die neuesten Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Ein Rekordmonat für Stromimporte

Laut Bundesnetzagentur importierte Deutschland im Juli mehr Strom als je zuvor – 5783,4 Gigawattstunden, ein historischer Höchstwert. Im Juli musste Deutschland für diese Importe 469 Millionen Euro mehr zahlen als es durch den Export verdiente. Der Preis für importierten Strom lag bei 97,20 Euro pro Megawattstunde (MWh), während der Exportpreis bei nur 38,60 Euro pro MWh lag.

Das ergibt eine Differenz von 340 Millionen Euro, die Deutschland mehr für den importierten Strom zahlen musste als die Nachbarländer für deutschen Strom.

Bedenken aus Europa und der Wirtschaft

Die wachsende Abhängigkeit von Import-Strom stößt nicht nur in Deutschland auf Kritik. Die französische Energieministerin Agnès Pannier-Runacher (49) bezeichnete Deutschlands Einstellung zur Atomkraft als „Widerspruch“. Leonhard Birnbaum (56), Vorstandsvorsitzender von Eon, und Industrie-Präsident Siegfried Russwurm (60) äußerten Bedenken bezüglich Deutschlands Energiestrategie.

Was kommt als nächstes?

Trotz der besorgniserregenden Zahlen betonte Scholz, dass Deutschland nicht völlig abhängig von Import-Strom sei und noch auf Braunkohle zurückgreifen könne. Jedoch setzt das Land eher auf erneuerbare Energien aus Ländern wie Dänemark und Frankreich.

Top-Ökonom Prof. Clemens Fuest (54) warnte, dass die Importstrategie Probleme verursachen könnte, insbesondere durch mögliche Preissteigerungen in Europa.

Ein komplexes Bild

Die Energiepolitik Deutschlands bleibt ein komplexes Thema, das von wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Faktoren beeinflusst wird. Die Entscheidung, auf Import-Strom zu setzen, könnte kurzfristige Vorteile haben, aber die langfristigen Folgen sind noch ungewiss.

Die Tatsache, dass Deutschland weiterhin die höchsten Steuern und Abgaben für Strom in Europa zahlt, trägt zur Komplexität des Themas bei. Die Welt beobachtet genau, wie Deutschland seine Energieherausforderungen bewältigt, und das Thema wird sicherlich weiterhin im Mittelpunkt der nationalen und internationalen Diskussion stehen.